Seminare und freie Bildungstage
Jeder Freiwillige muss während eines FSJ Kultur 25 Seminar- und Bildungstage absolvieren. Dafür bietet die LKJ Sachsen e.V. vier Seminare mit jeweils fünf Bildungstagen an, zu denen die Freiwilligen aus ganz Sachsen zusammenkommen. Darüber hinaus kann jeder Freiwillige aus einem breiten Angebot fünf Bildungstage frei wählen.
Eine Seminargruppe umfasst maximal 40 Freiwillige und kommt viermal im Jahr zusammen. Sie wird von der Projektkoordinatorin und einem Co-Teamer geleitet und durch die Bildungsreferentinnen der LKJ Sachsen e.V., freiberufliche Workshopleiter, ehemalige Freiwillige und Praktiker aus den Einsatzstellen unterstützt.
Inhaltlich geht es bei den Seminaren um Themen der praktischen Arbeit im Bereich Kultur sowie um Fragen der Berufsorientierung und Lebensgestaltung. Auch die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschafts- und sozialpolitischen Themen wird angeregt. Bei einem Seminar im benachbarten Ausland steht das Interkulturelle Lernen im Mittelpunkt.
So werden wichtige Schlüsselkompetenzen vermittelt und die Reflektionsfähigkeit der Freiwilligen gestärkt. Einen großen Stellenwert hat das Lernen durch Partizipation. In kreativen Werkstätten, Mini-Workshops u.a. können sich die Freiwilligen selbst ausprobieren. Mini-Workshops sind 1,5-stündige Workshops, die Freiwillige für eine Gruppe von fünf bis zehn Freiwillige selbst vorbereiten und durchführen. Die Themen sind frei wählbar: Jonglage, Perkussion, Peer-Training, Spanisch – alles ist möglich! Voraussetzung ist, dass sich der Workshop-Leiter gut im Thema auskennt.
Neben den Seminaren müssen die Freiwilligen fünf weitere Bildungstage absolvieren, die sie aus einem breiten Angebot entsprechend ihrer persönlichen Interessen und ihres Tätigkeitsfeldes an den Einsatzstellen frei wählen können. Ob es sich dabei um ein Seminar zur Jugendleitercard, einen Sprach- oder Computerkurs handelt, liegt ganz bei den Freiwilligen. Auch Hospitationen an anderen FSJ Kultur-Einsatzstellen sind möglich.
„Bei
meiner Hospitation am Jugendkulturzentrum Stötteritzer
Spielkiste, Leipzig wurde einmal mehr deutlich wie unterschiedlich
sich die Arbeit in den Einsatzstellen bei Konrad und mir gestaltet:
Konrad gehört zu den wenigen Festangestellten im Team und ist
einer der wenigen, der eine volle Arbeitswoche hat. Ich sitze mit sechs
Leuten in einem der vielen Büros im Residenzschloss, der
`Schaltzentrale` der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und fast alle
haben eine 40-Stunden-Woche zu absolvieren.
Konrads Aufgabenfeld ist eher praktisch angelegt: er gibt wöchentlich
Kurse in der Spielkiste, gestaltet Flyer und bereitet Veranstaltungen
vor. In den Staatlichen Kunstsammlungen sind ganze Abteilungen
(Museumspädagogik, Veranstaltungsmarketing) sowie externe Firmen und
Gestalter für solche Aufgabenbereiche zuständig. (…)
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Hauptunterschied zwischen der
Arbeit in unseren beiden Einsatzstellen der Kontakt zum Zielpublikum
ist.
Während Konrad ständig alle Bereiche der Arbeit einer
kulturellen Einrichtung abdeckt und dadurch auch regelmäßig
Kontakt zu den angesprochenen Kindern und Jugendlichen hat, teilt sich
die Arbeit in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf einzelne
Abteilungen auf, sodass beispielsweise die Marketingabteilung das
Zielpublikum anspricht, während die Museumspädagogik und der
Besucherservice in direktem Kontakt zu den Besuchern steht.
Auch wenn sich die Arbeit in der Stötteritzer Spielkiste sehr
interessant und vielfältig gestaltet, hat mir die Hospitation
einmal mehr gezeigt, dass meine Entscheidung mein FSJ Kultur nicht in
einer soziokulturellen Einrichtung zu absolvieren, richtig war.“
schreibt Sarah Alberti, Freiwillige 07/08 an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

