Preisträger des 7. Wettbewerbes um den Jugendkunstpreis der LKJ Sachsen e.V. zum Thema „WIR.tuell“

Bereich Bildende Kunst/Fotografie

1. Preis

Raffael Jesche, 22 Jahre: „paraDies und paraDox“, Leipzig

Begründung der Jury:

Mit "Paradies und paradox" ist  Raffael Jesche eine vielschichtige und dennoch in sich geschlossene Arbeit zum Thema gelungen. Er reflektiert nicht nur die Medialität seiner Welt, er nutzt darüber hinaus auch die medialen Werkzeuge selbst. Die handgezeichnete (analoge) Graphik hat er sehr gut in eine digitale Graphik umgesetzt. In ihr macht er das labyrinthische, bunte, verwirrende Wesen der medialen Welt sichtbar. Die Vektorgraphik, in selbstbewusster Dimension, wird ergänzt durch erläuternde Texte. Raffael Jesche macht darin zusätzlich auf die Prozesshaftigkeit seiner Arbeit aufmerksam, indem er etwa seine Herangehensweise beschreibt.

2. Preis

Tobias Kühn, 16 Jahre: „Wie ich Dich sehe, im Netz“ (oder: was im Netz verloren ging …), Ohorn

 

Begründung der Jury:

Die Installation von Tobias Kühn überzeugt nicht durch ihre Umsetzung. Die vorhandenen "Mängel" macht er jedoch durch seine überzeugende Präsentation mehr als wett. Seine Arbeit zeigt zwei Individuen, die durch mediale Technik miteinander verbunden sind. Besonders gelungen ist ihm, die Transformation der Abbildes beider Individuen mit Hilfe von Drahtgittern darzustellen.


2. Preis

Mandy Wendler, 12 Jahre: „Schlafender Robomensch“, Aue-Schwarzenberg









  • Begründung der Jury: 

    Die Malerei "Schlafender Robotermensch" zeigt ein Wesen zwischen Mensch und Maschine. Diese Figur haftet durch das überzeugend dargestellte "in sich gekehrt sein" etwas sehr Hoffnungsvolles an. Malerisch gut umgesetzt, mit gutem Gespühr für die passende Farbigkeit hat Mandy Wendler ein Bild mit philosophischer Dimension geschaffen.


    3. Preis

    Sarah Felten, 12 Jahre: „Taub geboren und trotzdem hören“, Leipzig








  • Begründung der Jury:

    Ihre Malerei überzeugt durch die Authentizität der Darstellung. Keine utopische, ferne Welt, sondern unmittelbares, eigenes Erleben ist ihr Motiv. Es gelingt ihr, die eigene positve Erfahrung mit dem medialen Hilfsmittel Hörgerät unsentimental, allgemeingültig und gut komponiert darzustellen.


  • Den Preis für die Beste Gruppenarbeit erhielt das Kinderatelier vom Verein KAOS e.V., Leipzig, für sein Objekt „O.T.“

    Begründung der Jury:

    Die gemeinsame Arbeit des Kinderateliers ist unter den eingereichten Gruppenarbeiten die herausragende. Die Gruppe hat eine originelle  Form für die Gemeinschaftsarbeit gefunden. Diese macht es möglich, dass  die Beteiligten einen großen Gestaltungsspielraum für ihren jeweiligen Beitrag erhalten haben. Die Individualität der Beiträge von Graphik, Malerei bis Tastobjekt macht einen wesentlichen Reiz der Arbeit aus.


    Bereich Darstellende Kunst

    1. Preis

    Jugendtheaterprojekt des Theatrium Leipzig, „Ein Quantum Toast“

    Begründung der Jury:

    Die Gruppe unter der Leitung von Viola Kowski hat ihr Stück selbst entwickelt. Der Beitrag bestach durch eine hohe künstlerische Qualität in der Umsetzung:Es wurden poetische Bilder für die Wandlungsprozesse der Figuren gefunden. Alle Spielerinnen überzeugten durch eine starke körperliche Ausdruckskraft und ein wunderbares Zusammenspiel in der Gruppe. Musik, Choreografie und Spiel bildeten eine kongeniale Einheit.

    2. Preis

    Projekt des Gymnasiums St. Augustin Grimma, “norway.today”

    Begründung der Jury:

    Die Gruppe unter Leitung von Jens Richter hat sehr ambitioniert an einem der meistgespielten Stücke auf Theaterbühnen im In-und Ausland gearbeitet. Die Geschichte wurde in einer eigenen Fassung von den beiden Spielern authentisch und in der Darstellungsweise überzeugend erzählt. Dabei setzte sich die Gruppe intensiv mit dem Verhältnis von Theater und neuen Medien auseinander.

     

    Bereich Medien

    1. Preis

    Sabine Baumgärtel und Nele Körner, 12/13 Jahre: „Anschluss? – Gefunden“, Großenhain

     

    Begründung der Jury:

    Zwei junge Medienmacher, die es verstanden haben, das Thema WIR.tuell bildlich so umzusetzen, dass es den Zuschauer berührt.

    1. Preis

    Maria Madei (24 Jahre), Benjamin Gaum (23 Jahre), Matthias Liepke (23 Jahre): „Achsensprung“, Leipzig


    Begründung der Jury:

    Der Film besticht durch seine Originalität und die technische Umsetzung. Ein surrealistischer, experimenteller Film über die heutige Medienlandschaft und ihren zunehmenden Verfall, dessen Botschaft den Zuschauer nicht verfehlt.


    Der Sonderpreis der SAE Institute ging an Daniel Herold und Corinna Schubert, 24 Jahre: „D²“, Leipzig.


    Bereich Literatur

    Ein Anerkennungspreis ging an

    Florian Mittelbach, 26 Jahre: „Ins Netz gegangen“, Chemnitz

    Begründung der Jury:

    Die Akteure seiner Geschichte begeben sich auf der Suche nach Rollen in ‚Netz’ und werden dort selbst zu von Rollen geführte Figuren. Überzeugend sind dabei die Geradlinigkeit und das Tempo der Sprache. Für die Geschichte „Ins Netz gegangen“ vergibt die Jury deshalb einen Anerkennungspreis in der Sparte Literatur an Florian Mittelbach.


    Genreübergreifende Arbeit

    Ein Anerkennungspreis ging an eigenartig.es und Saugkultur für ihren Beitrag „Weltraumzirkus – eine Reise durch den Modekosmos“, Installation/Performance


      Begründung der Jury:

    Als Kapitän führte Ann-Kathrin Rudof das Publikum von der großen Bühne herab in die Welt einer Installation und eines Projekts, welches genreübergreifend eine Vielzahl von technischen wie künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten verknüpft, um das Publikum in die ferne Galaxie einer eigenen Kunstwelt zu führen – aus Mode, Tanz, Installation, Projektion, Sprache, Interaktion u. v. m.. Dafür vergibt die Jury einen Anerkennungspreis.


    Sonderpreis des Ministerpräsidenten

    Den mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich erhielt die Tanzgruppe Lollypop des Familienzentrums Plauen für ihren Beitrag „Pauline – HIV positiv“.

    Begründung der Sonderjury:

    Die Tanzgruppe Lollypop hat ein Thema auf die Bühne und uns damit nahe gebracht, das wir gerne in weite Ferne (virtueller Raum) rücken. Es lädt ein zur Reflexion über den Umgang mit dem Thema Aids in unserer Umgebung. Überzeugt haben vor allem die gute Gruppendynamik und eine ausdrucksstarke tänzerische und musikalische Leistung. Die Idee und die Choreografie entwickelten die Jugendlichen selbständig, angeregt durch eine junge Tänzerin, die ein freiwilliges soziales Jahr in Südafrika leistete. Zur Unterstützung gewannen sie junge Musiker aus Plauen. Der Preis soll die weitere Zusammenarbeit in der Gruppe ermöglichen und die Arbeit des Familienzentrums Plauen stärken.